Gold ist eines der faszinierendsten Metalle der Welt. Seit Jahrtausenden wegen seiner Schönheit und Seltenheit geschätzt, verfügt es zudem über außergewöhnliche physikalische Eigenschaften, die seinen Erfolg in der Schmuckherstellung, als Anlageform und sogar in der Industrie erklären.
Unter diesen Eigenschaften stechen zwei besonders hervor: seine Duktilität und seine Formbarkeit. Dank dieser einzigartigen Eigenschaften lässt sich Gold auf eine Weise bearbeiten, wie es kein anderes Edelmetall vermag.
Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich, und warum gilt Gold als das formbarste Metall der Welt?
Was ist Duktilität?
Die Duktilität bezeichnet die Fähigkeit eines Werkstoffs, zu einem Draht gezogen zu werden, ohne zu brechen.
Je duktiler ein Metall ist, desto stärker lässt es sich dehnen, ohne dabei an Festigkeit und Zusammenhalt zu verlieren.
In diesem Bereich hält Gold einen beeindruckenden Rekord: Es gilt als das bisher bekannteste duktile Metall.
Um eine Vorstellung davon zu vermitteln: Aus nur einem Gramm Gold lässt sich ein extrem dünner Draht ziehen, der mehrere Kilometer lang ist.
Was ist der Unterschied zwischen Duktilität und Formbarkeit?
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt.
Die Duktilität
Die Duktilität bezeichnet die Fähigkeit eines Metalls, zu einem Draht gezogen zu werden.
Die Formbarkeit
Die Formbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Metalls, zu einer sehr dünnen Folie gewalzt zu werden.
Gold vereint diese beiden Eigenschaften in außergewöhnlichem Maße.
So kann beispielsweise Blattgold auf eine Dicke von nur wenigen Mikrometern gehämmert werden, ohne dass es dabei seine Beschaffenheit verliert.
Warum ist Gold so formbar?
Diese Eigenschaft ergibt sich direkt aus seiner atomaren Struktur.
Die Goldatome sind so angeordnet, dass sie aneinander vorbeigleiten können, ohne dass das Material bricht.
Im Gegensatz zu anderen, spröderen Metallen kann sich Gold erheblich verformen, bevor es bricht.
Diese Eigenschaft erklärt, warum Handwerker und Juweliere seit über 5.000 Jahren Gold verwenden, um komplexe und detailreiche Gegenstände herzustellen.
Warum schätzen Juweliere Gold so sehr?
Dank seiner außergewöhnlichen Formbarkeit eignet sich Gold für die Herstellung von:
- extrem feine Ketten;
- präzise Gravuren;
- aufwändiger Schmuck;
- feine Fassungen;
- einfachere Reparaturen von Schmuckstücken.
Diese Fähigkeit, präzise bearbeitet zu werden, macht Gold zu einem idealen Material für die Schmuckherstellung.
Warum wird Schmuck nicht aus reinem Gold hergestellt?
Reines Gold (24 Karat) ist zwar sehr formbar, aber auch sehr weich.
Ein Schmuckstück aus reinem Gold würde sich im Alltag schnell verformen.
Aus diesem Grund verwenden Juweliere Legierungen, die andere Metalle enthalten, um die Festigkeit des Schmucks zu erhöhen:
- 18-karätiges Gold (750): 75 % reines Gold
- 14-karätiges Gold (585): 58,5 % reines Gold
- 9-karätiges Gold (375): 37,5 % reines Gold
Diese Legierungen bewahren die Eigenschaften von Gold und verbessern gleichzeitig dessen Festigkeit.
Eine Eigenschaft, die weit über den Schmuckbereich hinaus genutzt wird
Die Eigenschaften von Gold kommen nicht nur bei der Herstellung von Schmuck zum Einsatz.
Dank seiner elektrischen Leitfähigkeit, seiner Korrosionsbeständigkeit und seiner Formbarkeit wird Gold auch in folgenden Bereichen verwendet:
- Elektronik;
- Luftfahrt;
- der medizinische Sektor;
- Raumfahrttechnologien.
So findet man in manchen Smartphones, Computern oder Satelliten sehr dünne Goldschichten.
Warum tragen diese Eigenschaften zum Wert von Gold bei?
Gold ist ein einzigartiges Edelmetall, da es mehrere seltene Eigenschaften in sich vereint:
✔ Oxidationsbeständigkeit
✔ Hohe Lebensdauer
✔ Natürliche Seltenheit
✔ Elektrische Leitfähigkeit
✔ Außergewöhnliche Formbarkeit
✔ Rekordverdächtige Duktilität
Nur wenige Materialien vereinen so viele Vorteile in sich.
Das ist einer der Gründe, warum Gold seit Jahrtausenden seinen Wert behält.
Fazit
Dass Gold als eines der wertvollsten Metalle der Welt gilt, liegt nicht nur an seiner Seltenheit oder seiner Schönheit.
Dank seiner außergewöhnlichen Duktilität und Formbarkeit lässt es sich zu Drähten, Blechen oder aufwendigen Schmuckstücken verarbeiten, ohne dabei seine einzigartigen Eigenschaften zu verlieren.
Diese Eigenschaften erklären, warum Gold auch heute noch ein unverzichtbarer Werkstoff in der Schmuckherstellung, der Industrie und bei Kapitalanlagen ist.
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